
Mit der Besichtigung von Schlössern, die sich im westlichen Gebiet der Region befinden, beginnen wir in Kisbér. Das vortrefflichste Gebäude in der am Fuße des Bakonygebirges liegenden und durch die Pferdezucht berühmt gewordenen Siedlung ist das nach 1770 errichtete Schloss Batthyány, welches sich inmitten der Stadt in einem wunderschönen englischen Park befindet. Gegenüber dem Schloss wurde eine Reitschule erbaut, welche europaweit über die größte Spannweite verfügt. Dem Kisbérer Gestüt entstammte auch die weltberühmte Wunderstute „Kincsem” (Schätzchen). Heute erfolgt die Pferdezucht nur noch in privaten Reitschulen. Im Schloss wird zur Zeit ein Krankenhaus betrieben.
Das Schloss Eszterházy in Tata, welches während der 70er Jahre des 18. Jahrhunderts erbaut wurde, war Teil eines umfangreichen Bauvorhabens. Das Ruhe ausstrahlende Gesamtbild und die einzigartige Architektur bestätigen, dass es sich hier um eine hervorragende Schöpfung des großen Architekten Jakab Fellner handelt. Der Schlossgarten- wo man zu Fuß unter uralten Bäumen bis zur Wassermühle gelangen kann- umfasst einen größeren Uferabschnitt des alten Sees. Eine weitere Sehenswürdigkeit des Gartens sind die von Charles Moreau geplanten, romantischen Ruinen, welche künstlich angelegt wurden und original römische sowie aus dem romanischen Zeitalter stammende Steine enthalten. Zwischen den Ruinen verlaufen malerische Kanäle. Auf der Freilichtbühne im Sommer hat man Gelegenheit, sich an den Vorstellungen des Tataer Barockfestivals und an den Tataer Sommertheaterabenden zu erfreuen. Falls man die Tataer Burg besuchen will, findet man zunächst eine sehr lebendige Kleinstadt vor. Das wunderschöne, ursprünglich im Renaissancestil errichtete Gebäude sollte als königliche Sommerresidenz bzw. als Jagdschloss dienen. Nachdem man es mehrmals verpfändet hatte, wurde es von König Matthias unter großer Aufopferung neu erbaut und mit Holzschnitzereien, prachtvoll geschnitzten Elementen und Räumen ausgestattet. Wir können auch die Austellung des Domonkos- Kuny- Museums besichtigen.
Vértesszõlõs, der Name des in der Nähe von Tata gelegenen Dorfes wurde Wissenschaftlern, die sich mit der Urgeschichte beschäftigen, im Jahre 1965 zu einem Begriff. Damals, am Samuelstag stieß man in einem verlassenen Steinbruch auf eines der ältesten Schädelknochenstücke eines Urmenschen in Europa. Das Alter des Fundes wird auf 350000 Jahre geschätzt. Der auf den Namen Samu getaufte Urmensch und seine Gefährten hinterließen den Forschern eine wahre Schatzgrube: einen Hinterhauptknochen, Fußabdrücke, Werkzeuge und eine Feuerstelle.
Das historische Komárom war bis 1900 eines der wichtigsten Militärzentren der Monarchie. Unter den drei Anlagen des am rechten Donauufer errichteten Festungssystems befand sich die zwischen 1850 und 1871 erbaute Festung von Monostor. Sie galt als größte Festung der Neuzeit in Mitteleuropa.Dia Anlage ist ein kompliziertes System aus dicken Burgmauern, Befestigungstürmen, Erdwällen und Kasematten. Die Wehranlage besitzt 640 kleinere und größere Räumlichkeiten und 18 Brunnen. Die jüngste Befestigungsanlage ist die Festung von Igmand, welche zwischen 1871 und 1877 errichtet wurde. Hier kann man noch die quer verlaufenden Wälle, die vor Splitterbomben des gegnerischen Feuers schützen sollten, im Originalzustand besichtigen.Die älteste Befestigungsanlage des Festungssystems ist die Stern-Festung, die ursprünglich im Jahre 1586 erbaut wurde.